Mein Working Capital ist zu hoch – was tun?
Ein zu hohes Working Capital bindet Liquidität, erhöht den Finanzierungsbedarf und steigert operative Risiken. Gerade für KMUs, die über limitierte Finanzierungsmöglichkeiten verfügen, ist eine aktive Steuerung daher ein wesentlicher Erfolgsfaktor. In diesem Artikel erfahren Sie:
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Das Working Capital ergibt sich aus:
Vorräte + Forderungen – Verbindlichkeiten
Es beschreibt das im operativen Geschäft gebundene Kapital, das notwendig ist, um das Geschäftsmodell aufrechtzuerhalten.
Häufig wird vom Kern‑Working‑Capital gesprochen. Dieses kann um sonstige Forderungen und Verbindlichkeiten ergänzt werden. Diese Positionen sind jedoch meist nur eingeschränkt beeinflussbar, da sie oft gesetzlichen Vorgaben unterliegen und verspätete Zahlungen zu Strafen oder Zinsen führen können.
Bei produzierenden Unternehmen gliedern sich Vorräte in drei Kategorien:
Hohe Lagerbestände führen nicht nur zu gebundenem Kapital und höheren Finanzierungskosten, sondern auch zu:
2.1 Roh‑, Hilfs‑ und Betriebsstoffe gezielt steuern
Bewährte Optimierungsmaßnahmen sind:
Für nachhaltige Ergebnisse empfiehlt sich eine strukturierte Analyse:
ABC‑Analyse
XYZ‑Analyse
Kombinierte ABC/XYZ‑Matrix (Praxisansatz)
Wichtig: Jede Optimierung muss die Supply‑Chain‑Sicherheit berücksichtigen, um Produktionsunterbrechungen zu vermeiden.
2.2 Halbfabrikate und Fertigfabrikate
o Reduzierte Auslastung verschlechtert die Kostenstruktur
o Hohe Bestände erhöhen Veralterungs‑ und Preisrisiken
Hier ist eine enge Abstimmung zwischen Vertrieb, Produktion und Planung entscheidend.
Mögliche Maßnahmen wären beispielsweise:
Die Höhe der Forderungen wird maßgeblich durch Zahlungsziele bestimmt. Diese spiegeln Marktusancen und Verhandlungsmacht wider:
Lange Zahlungsziele binden Kapital und erhöhen das Ausfallsrisiko.
Empfohlene Maßnahmen:
Verbindlichkeiten sind das Spiegelbild der Forderungen. Grundregel:
Zahlungsziele gegenüber Lieferanten sollten mindestens so lang sein wie jene gegenüber Kunden.
Die wichtigste Kennzahl ist der Cash Conversion Cycle (CCC). Er zeigt, wie lange Kapital im operativen Prozess gebunden ist.
Bestandteile des CCC
Kennzahlenübersicht
Kennzahl | Formel |
DSO | (Forderungen / Umsatz) × Tage |
DIO | (Lagerbestand / Umsatz) × Tage |
DPO | (Verbindlichkeiten / Einkäufe) × Tage |
CCC | DSO + DIO – DPO |
Eine wirksame Steuerung erfordert:
Benchmarking mit Mitbewerbern oder Peer Groups erhöht die Transparenz. Gerade bei komplexen Fertigungsprozessen sind KI‑gestützte Analysen für Vorräte sehr effizient und ersetzen aufwendige manuelle Auswertungen.
Das Working Capital ist – neben dem Anlagevermögen – einer der größten Treiber des Finanzierungsbedarfs. Eine gezielte Optimierung:
Entscheidend für den Erfolg sind:
Nach einer erfolgreichen Optimierungsrunde geht es weniger um weitere Einsparungen, sondern um Feinjustierung und konsequentes Management.
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1. Was ist Working Capital?
Das Working Capital ergibt sich aus:
Vorräte + Forderungen – Verbindlichkeiten
Es beschreibt das im operativen Geschäft gebundene Kapital, das notwendig ist, um das Geschäftsmodell aufrechtzuerhalten.
Häufig wird vom Kern‑Working‑Capital gesprochen. Dieses kann um sonstige Forderungen und Verbindlichkeiten ergänzt werden. Diese Positionen sind jedoch meist nur eingeschränkt beeinflussbar, da sie oft gesetzlichen Vorgaben unterliegen und verspätete Zahlungen zu Strafen oder Zinsen führen können.
2. Vorräte optimieren – der größte Hebel
Bei produzierenden Unternehmen gliedern sich Vorräte in drei Kategorien:
Hohe Lagerbestände führen nicht nur zu gebundenem Kapital und höheren Finanzierungskosten, sondern auch zu:
2.1 Roh‑, Hilfs‑ und Betriebsstoffe gezielt steuern
Bewährte Optimierungsmaßnahmen sind:
Für nachhaltige Ergebnisse empfiehlt sich eine strukturierte Analyse:
ABC‑Analyse
XYZ‑Analyse
Kombinierte ABC/XYZ‑Matrix (Praxisansatz)
⚠️ Wichtig: Jede Optimierung muss die Supply‑Chain‑Sicherheit berücksichtigen, um Produktionsunterbrechungen zu vermeiden.
2.2 Halbfabrikate und Fertigfabrikate
Hier ist eine enge Abstimmung zwischen Vertrieb, Produktion und Planung entscheidend.
Mögliche Maßnahmen wären beispielsweise:
3. Forderungen optimieren – Liquidität sichern
Die Höhe der Forderungen wird maßgeblich durch Zahlungsziele bestimmt. Diese spiegeln Marktusancen und Verhandlungsmacht wider:
Lange Zahlungsziele binden Kapital und erhöhen das Ausfallsrisiko.
Empfohlene Maßnahmen:
4. Verbindlichkeiten strategisch steuern
Verbindlichkeiten sind das Spiegelbild der Forderungen. Grundregel:
Zahlungsziele gegenüber Lieferanten sollten mindestens so lang sein wie jene gegenüber Kunden.
5. Zentrale Kennzahlen zur Steuerung
Die wichtigste Kennzahl ist der Cash Conversion Cycle (CCC). Er zeigt, wie lange Kapital im operativen Prozess gebunden ist.
Bestandteile des CCC
Kennzahlenübersicht
| Kennzahl | Formel |
| DSO | (Forderungen / Umsatz) × Tage |
| DIO | (Lagerbestand / Umsatz) × Tage |
| DPO | (Verbindlichkeiten / Einkäufe) × Tage |
| CCC | DSO + DIO – DPO |
6. Working Capital nachhaltig steuern
Eine wirksame Steuerung erfordert:
Benchmarking mit Mitbewerbern oder Peer Groups erhöht die Transparenz. Gerade bei komplexen Fertigungsprozessen sind KI‑gestützte Analysen für Vorräte sehr effizient und ersetzen aufwendige manuelle Auswertungen.
7. Fazit
Das Working Capital ist – neben dem Anlagevermögen – einer der größten Treiber des Finanzierungsbedarfs. Eine gezielte Optimierung:
Entscheidend für den Erfolg sind:
Nach einer erfolgreichen Optimierungsrunde geht es weniger um weitere Einsparungen, sondern um Feinjustierung und konsequentes Management.
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